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Wasting Away: Audiokommentar zu SLUGS jetzt verfügbar!

Unser erster Audiokommentar war bisher exklusiv für Patreon-Unterstützer, ab jetzt könnt ihr ihn auch für 1€ auf Bandcamp erwerben!

Wasting Away #30: The Kingsman’s Speech (KINDERGARTEN NINJA, WHIPLASH, JUPITER ASCENDING)

Nach einer Berlinale- und Grippe-bedingt etwas längeren Pause melden wir uns zurück mit Folge #30 von Wasting Away! Unser Feature-Film dieses Mal heißt KINDERGARTEN NINJA und passend zu diesem vom Anti-Drogenprogramm D.A.R.E. unterstützten Trashfilm haben wir uns als Vorfilm mit CARTOON ALL-STARS TO THE RESCUE ein weiteres Kuriosum der Anti-Drogen-Popkultur ausgesucht. Außerdem besprechen wir JUPITER ASCENDING, WHIPLASH, Jon Stewarts ROSEWATER und mehr. Viel Spaß!

Wie immer: Wer will, kann uns auf Patreon finanziell unterstützen und bekommt dafür Zugriff zur HD-Video-Version des Podcasts. Außerdem freuen wir uns über iTunes-Reviews.

00:00:00 – Intro

00:11:45 – JUPITER ASCENDING

00:25:55 – GRAVITY FALLS

00:33:55 – WHIPLASH

00:42:15 – Buchempfehlung: Mike Sacks – Poking a Dead Frog: Conversations with Today’s Top Comedy Writers (Amazon-Partnerlink)

00:53:15 – KINGSMAN

00:57:40 – ROSEWATER

01:05:15 – CARTOON ALL-STARS TO THE RESCUE

01:22:45 – KINDERGARTEN NINJA

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Review: THE LAST MAN ON EARTH – Alive in Tucson/The Elephant in the Room

Wasting Away #27 – Weihnachten unterm Ecstasy-Baum (SUPER MARIO BROS., PADDINGTON, THE HOBBIT)

Willkommen zur letzten Wasting Away-Folge des Jahres! Dieses Mal besprechen wir PADDINGTON und den letzten HOBBIT-Film, empfehlen die Doku ATARI: GAME OVER und schauen den legendär trashigen SUPER MARIO BROS.-Film. Und um dem ganzen noch ein Bisschen Weihnachtsfeeling mitzugeben, haben wir uns diesmal zusätzlich einen Vorfilm ausgesucht: CHRISTMAS COMES TO PAC-LAND – ja, wir feiern Weihnachten mit Pac-Man.

Wie immer gilt: Patreon-Unterstützer haben Zugriff auf eine HD-Version des Podcasts. Außerdem sei angemerkt, dass ihr als Patreon-Backer auch schon früher (das heißt: an Heiligabend) unseren Jahresrückblick auf unsere Top- und Flop-Filme aus 2014 zu hören kriegt – alle anderen müssen sich bis Anfang des Jahres gedulden.

Danke an alle, die dieses Jahr unsere Podcasts gehört, geliket, gesharet und kommentiert haben – wir haben glaub ich beide selten so viel positive und kluge Resonanz auf irgendwas bekommen, was wir in diesem Internet produziert haben und entsprechend viel Spaß macht es uns, den Podcast zu produzieren. Wir wünschen euch Frohe Weihnachten, einen Guten Rutsch & all that Jazz und hören/sehen uns in 2015 wieder!

00:00:00 – Intro
00:04:40 – Atari: Game Over
00:15:12 – Paddington
00:35:55 – The Hobbit: The Battle of the Five Armies
00:55:15 – Christmas Comes to Pac-Land
01:08:15 – Super Mario Bros.

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Wasting Away #23: Biker by Day, Ninja by Night (MIAMI CONNECTION, WHO AM I, BIRDMAN)

Wasting Away #23 ist hier! Wir besprechen den deutschen Hacking-Thriller WHO AM I sowie Michael Keatons Meta-Comeback BIRDMAN! Und es gibt mit MIAMI CONNECTION einen der rätselhaftesten (und unterhaltsamsten) Trash-Filme der bisherigen Wasting Away-Geschichte! UND wir begrüßen unseren ersten Special Guest!

Als Patreon-Backer von Wasting Away habt ihr ab dieser Folge Zugriff auf die HD-Video-Version des Podcasts, als Stream und zum Download! Unterstützt uns hier!

Natürlichen freuen wir uns auch nach wie vor über iTunes-Reviews, Kommentare, Tweets etc.

00:00:00 – Intro

00:08:10 – WHO AM I

00:18:00 – BIRDMAN (& ein Bisschen David Fincher-Talk)

00:37:15 – MIAMI CONNECTION

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Wasting Away #22: Look! Coolio! (LEPRECHAUN IN THE HOOD, MAZE RUNNER, DOCTOR WHO)

Hier ist die 22. Ausgabe unseres Podcasts über Filme, die nur mit Alkohol zu ertragen sind! Wir besprechen unter anderem MAZE RUNNER, die aktuelle Staffel von DOCTOR WHO, A MOST WANTED MAN mit Phillip Seymour Hoffman sowie den großartigen FRANK.

Ihr mögt Wasting Away? Dann lasst uns doch ein Review und eine Bewertung bei iTunes da!

Ihr mögt Wasting Away so richtig? Dann unterstützt uns doch finanziell auf Patreon! Ihr bekommt unsere ewige Dankbarkeit, gelegentlich exklusiven Content und wenn genug Geld zusammenkommt, realisieren wir neue Ideen – bei 15$ nehmen wir zum Beispiel den lange von uns geforderten Audiokommentar auf! Yay!

00:00:00 – Intro (inkl. Patreon-Erklärung)

00:10:00 – A MOST WANTED MAN

00:15:05 – MAZE RUNNER

00:24:00 – MAPS TO THE STARS

00:31:30 – DOCTOR WHO

00:44:00 – FRANK (plus Exkurse über DRECKSSAU, GARDEN STATE und Depressionen im Film)

01:05:20 – LEPRECHAUN IN THE HOOD

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Wasting Away #21: The Adventures of Stella Artois (STARCRASH, GUARDIANS OF THE GALAXY, SIN CITY)

Jajaja, es hat schon wieder einen Monat gedauert, bis die neue Wasting Away Folge erscheint. Dafür widmen wir uns diesmal allerdings wie versprochen unserem ersten Hörervorschlag, dem, naja, von STAR WARS “inspirierten” David Hasselhoff-Vehikel STARCRASH.

Vorher gibt es allerdings noch unsere Reviews zu GUARDIANS OF THE GALAXY (duh), SIN CITY 2 und HERCULES, sowie einen ausführlichen Exkurs über die eher deprimierenden Dinge, die sich gerade in der Gamer-Szene abspielen.

00:00:00 – Feminist Frequency, Zoe Quinn & Sexismus in der Gaming-Szene

00:24:05 – GUARDIANS OF THE GALAXY

00:39:45 – SIN CITY 2: A DAME TO KILL FOR

00:58:15 – HERCULES

01:11:00 – Robin Williams

01:31:00 – STARCRASH

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Wasting Away #20: Mister USB-Stick (JOHNNY MNEMONIC, 22 JUMP STREET, PLANET DER AFFEN)

Die 20. Folge Wasting Away ist hier, und nach der kompakten #19 gibt es diesmal eine Super Sized-Version unseres Podcasts,  mit neuen Streaming-Empfehlungen, Besprechungen zu 22 JUMP STREET und DAWN OF THE PLANET OF THE APES, sowie dem besten Nicolas Cage-Film, in dem Nicolas Cage nicht mitspielt: JOHNNY MNEMONIC.

Wenn euch der Podcast gefällt, freuen wir uns über eine Bewertung und/oder ein Review bei iTunes.

00:00:00 – Intro
00:06:00 – KITCHEN NIGHTMARES (ja, ernsthaft)
00:11:50 – MACHETE MAIDENS UNLEASHED
00:18:35 – ELAINE STRITCH: SHOOT ME
00:20:40 – LIFE ITSELF
00:34:35 – TUSK – Trailer
00:41:50 – 22 JUMP STREET
00:56:30 – PLANET DER AFFEN: REVOLUTION
01:35:40 – JOHNNY MNEMONIC

 

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Rumors of the spoof movie’s death have been greatly exaggerated: 22 JUMP STREET & THEY CAME TOGETHER

Es wäre interessant zu wissen, an welchem Punkt im langen, komplizierten Entwicklungsprozess eines Hollywood-Franchise für gewöhnlich die Entscheidung fällt, Phil Lord und Christopher Miller mit der Realisierung des Projekts zu beauftragen. In meiner Vorstellung traut sich irgendwann, in irgendeinem Sitzungsraum voll mit big shot Executives ein Praktikant oder ein Assistent zwischen zwei Gängen zur Kaffeemaschine, seine Stimme zu erheben und zu sagen, “Wir wissen aber schon alle, dass das hier eine grund-doofe Idee ist, oder?” und dann sind erstmal alle im Raum empört, bis der “Biggest Shot” irgendwas wie “Let him speak.” sagt und alle werden still und der Praktikant oder Assistent führt aus, dass doch niemand ernsthaft glauben kann, dass die Verfilmung eines Kinderbuches, das nichtmal Charaktere hat oder ein Reboot einer 80er-Jahre-Serie, die schon damals cheesy wirkte oder ein abendfüllender Werbeclip für Plastikklötze eine gute Idee ist. Und dann ist kurz betretene Stille und es schauen alle gebannt den Biggest Shot an und der seufzt und sagt zum Praktikanten oder Assistenten, “Ruf Lord und Miller an.”

Und dann kommen Phil Lord und Christopher Miller und machen aus den schlechtesten Ideen Hollywoods die besten Filme, die dem Blockbuster-Kino in den letzten Jahren passiert sind. Den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere markierte der ebenfalls dieses Jahr erschienene THE LEGO MOVIE, den ich ohne Übertreibung als Meisterwerk bezeichnen würde. 22 JUMP STREET ist im Vergleich dazu eine Fingerübung, doch er zeigt, wie sehr Lord und Miller ihre Art des Blockbuster-Kinos mittlerweile perfektioniert haben, wie sie aus ihrem Genie Routine gemacht haben und so selbst das müdeste, uninspirierteste “Genre”, das es gibt, das Comedy-Sequel, frisch und neu erscheinen lassen können. Ja, man könnte gar glaubhaft argumentieren, dass 22 JUMP STREET das beste Comedy-Sequel der Filmgeschichte ist.

Der Film funktioniert, weil Lord und Miller die Meta-Ebene, die im ersten Teil bereits vorhanden, aber größtenteils doch eher Subtext war, hier in den Vordergrund rücken, bis zu dem Punkt, an dem 22 JUMP STREET zum Spoof-Movie für Sequels aller Art wird. Der Plot ist identisch zu dem des Vorgängers, mit dem einzigen Unterschied, dass Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) diesmal im College statt in der High School undercover ermitteln, um die Quelle einer neuen, gefährlichen Droge zu finden. Dies – die Ähnlichkeit im Verlauf der Ermittlungen – ist Anlass für unzählige Witze, angefangen mit Nick Offermans Police Captain, der Jenko und Schmidt im Briefing für ihre Mission anweist, es “genau so wie beim letzten Mal” zu machen. Immer wieder benennen Figuren genau das, was uns Filmfans an Sequels stört, und irgendwie ist es jedes Mal aufs Neue lustig, wenn sich die Charaktere innerhalb der Handlung explizit beschweren, wie vorhersehbar der Fall ist oder dass eine solche Ermittlung beim zweiten Mal nie so gut ist wie beim ersten.

Die andere wichtige Quelle für den Humor im Film ist erneut die Beziehung zwischen Schmidt und Jenko, und hier ist die starke Betonung der Meta-Ebene ein zwiespältigeres Vergnügen. Erneut ist die Beziehung ein Vehikel für diverse Referenzen auf den homoerotischen Subtext von Buddy Cop-Movies, und erneut macht das eine Menge Spaß, besonders, wenn Schmidt mit dem Footballer Zook (Wyatt Russell) einen Nebenbuhler um Jenkos, ähm, Liebe bekommt (inklusive explizit benanntem meet cute), was zu von Jonah Hill grandios gespielter Eifersucht seitens Schmidt und von Tatum mit wunderbarer Naivität intonierten Zeilen wie “Maybe we should investigate other people” führt. Doch was dieses Mal fehlt, ist die Verwurzelung solcher Momente in authentischen Gefühlen der beiden Figuren zueinander – die Beziehung ist nur Meta-Ebene, das durchaus berührend-romantische, das sie im ersten Teil hatte, fehlt hier, ob bewusst oder unbewusst. Nach wie vor funktioniert das ganze als smarte Dekonstruktion von Buddy Movie-Klischees und stellenweise auch als Herausforderung des mit jeder Menge gross out-Humor auch dieses Mal wieder bedienten Fratboy-Publikums und dessen (unterstellter) Homophobie, doch der erste Teil und, um noch eine Nummer höher zu greifen, Edgar Wrights HOT FUZZ haben gezeigt, dass dies nicht auf Kosten der Involviertheit und des Mitfühlens des Zuschauers gehen muss – wenn überhaupt funktionierte zumindest das Homoerotische noch eine Nummer besser im ersten Teil, denn wenn die Beziehung wie hier wirklich gar nicht ernst genommen wird, ist es, obwohl 100% und für kluge Zuschauer sofort erkennbar nicht so intendiert von Lord und Miller, für die weniger sympathischen Zeitgenossen im Publikum durchaus möglich, das Ganze als “Haha, die sind ja schwul! Voll bäh!”-Witz zu sehen, was im ersten Teil kaum und definitiv nicht in HOT FUZZ möglich war.

Auch Schmidt neues Love Interest, Studentin Maya (Amber Stevens) leidet unter der starken Betonung der Meta-Ebene, denn anders als Brie Larsons Figur im ersten Teil wird sie nie zum eigenständigen, lebendigen Charakter, sondern bleibt rein funktional, ein McGuffin, damit Schmidt einen der villains, Mayas Mitbewohnerin Mercedes (brillant: Jillian Bell) kennenlernen kann, und ein Setup für einige zugegeben sehr witzige Szenen, wenn ihr Vater (Ice Cube), der rein zufällig Schmidt und Jenkos Vorgesetzter bei ihrer Mission ist, von Schmidts Beziehung zu seiner Tochter erfährt. Mayas Subplot bekommt auch kein richtiges Ende, sondern verläuft einfach irgendwo im Sand, was angesichts der Tatsache, dass er ohnehin nie wirklich involvierend war, nicht so schlimm ist, aber noch einmal zeigt, wie wenig Interesse Lord und Miller und die Autoren Michael Bacall, Oren Uziell, Rodney Rothman und, ja, Jonah Hill (Story-Credit) daran hatten, eine tatsächlich interessante, unabhängig von der Meta-Ebene funktionierende Geschichte zu erzählen.

22 JUMP STREET funktioniert daher “nur” als Spoof-Movie und so richtig auch nur, wenn man den ersten Teil gesehen hat. Das macht ihn zum schwächeren der beiden Filme, aber auf dem Niveau, auf dem Lord und Miller agieren, ist auch das noch einer der besten Mainstream-Filme und vielleicht die lustigste Komödie des Jahres. Lord und Miller legen ein derartiges Tempo vor, fahren eine derartige Dichte an treffsicheren Gags auf, dass die fehlende emotionale Involviertheit im Grunde erst nachträglich und im direkten Vergleich mit dem Vorgänger auffällt – für sich genommen funktioniert 22 JUMP STREET perfekt, erreicht genau das, was er erreichen will. Dass dabei oft viele Gags übereinander geschichtet werden – Genre-Dekonstruktion in Popkultur-Referenz in gross out-Witz – dürfte außerdem dafür sorgen, dass 22 JUMP STREET auch mehrfachen Sichtungen standhält, ja, sie vielleicht sogar belohnt.

 

Kinostart: 31. Juli 2014


THEY CAME TOGETHER ist nicht ganz so gut wie 22 JUMP STREET – der Film ist auf den VOD-Plattformen, auf denen er in den USA zeitgleich mit einem (limitierten) Kinostart veröffentlicht wurde, gut aufgehoben – , doch es ist ein weiterer Film, den man gleichzeitig als “Spoof-Movie” und als “lustig” bezeichnen kann, was heutzutage ja eine echte Seltenheit ist.

Der Film von David Wain (WET HOT AMERICAN SUMMER) und mit Amy Poehler und Paul Rudd in den Hauptrollen ist eine Parodie auf Romantic Comedies, ein weiteres Genre, das einst großartige Filme hervorgebracht hat, dessen bloße Nennung heute aber Würgreflexe bei Filmfans auslöst. Eine Parodie dieses Genres ist daher genau die Sorte Film, die wir gerade brauchen, und entsprechend freute ich mich nach dem Trailer und angesichts des Regisseurs und der Besetzung auf den Film. Als ich ihn dann am Releasetag (der zufällig auf dasselbe Datum wie die PV zu 22 JUMP STREET fiel) gesehen habe, war ich zunächst ein Bisschen enttäuscht: Die Filme, auf die Wain und co. hier explizit verweisen, sind nicht die modernen, furchtbaren Romantic Comedies der Katherine Heigl-Schule, sondern die der 80er und 90er, insbesondere die aus der Feder von Nora Ephron – also die Romantic Comedies, die tatsächlich gut waren. Entsprechend ist THEY CAME TOGETHER eine wesentlich liebevollere, weniger angriffslustige Parodie als ich erwartet hatte, was nicht schlimm ist, den Film aber auch weniger relevant macht.

Doch nachdem diese – kleine – Enttäuschung verkraftet war, hatte ich großen Spaß mit THEY CAME TOGETHER. Der Film steht in der Tradition der großen ZAZ-Parodien und gefällt sich in seiner konsequenten, ununterbrochenen Albernheit – keine einzige Szene wird straight gespielt, keine Gelegenheit ausgelassen, noch einen großartig-dummen Witz zu machen. Es gibt ungefähr eine Million Szenen, in der das (nicht nur) RomCom-Klischee, dass Charaktere sich im Weggehen noch eine letzte Weisheit mit auf den Weg geben (“Wait, one more thing.” – “What?” – “Be careful!”) parodiert wird und meine Reaktion darauf entwickelte sich von anfänglichem Schmunzeln über genervtes Aufstöhnen zu lautem, unkontrollierbarem Lachen – die kindliche Freude, mit der sich der ziemlich unglaubliche Cast (ich wüsste nichtmal, wo ich anfangen soll, die Beteiligten aufzulisten) in die herrliche Doofheit dieses Films wirft, ist ansteckend und bald fühlte ich mich zurückversetzt zu einem dieser Sonntagnachmittage in meiner Kindheit, an denen ich NAKED GUN oder AIRPLANE! auf Kabel 1 geguckt habe. THEY CAME TOGETHER ist kein Film für jeden, sondern den ausgewählten Teil des Publikums, der sowohl klassische Romantic Comedies als auch Spoof Movies liebt. Innerhalb dieser Gruppe hat er allerdings das Zeug zum Kult, denn es ist die Sorte Film, dessen Witze sich im Gedächtnis festsetzen und darauf warten, bei der nächsten “richtigen” RomCom zitiert zu werden. Ich jedenfalls werde nie wieder eine New Yorker Skyline sehen können, ohne in einen Monolog über New York, das ja selbst ein eigener Charakter in der Story ist, zu verfallen.

 

Jetzt auf (amerikanischen) VOD-Plattformen erhältlich, Kinostart / Deutschland-Release unbekannt.

MARRIED / YOU’RE THE WORST (neue FX-Serien)

Wir befinden uns in dieser entbehrungsreichen Phase des Jahres, die Seriennerds als “Midseason” bekannt ist, ansonsten aber zum Beispiel auch “Sommerloch” genannt wird. Es ist diese Zeit, in der ich, die Ansprüche vom Fernsehentzug gesenkt, zweit- und drittklassige Serien, die ich bisher ignoriert habe, nachhole, und von den wenigen Serien, die dann doch das Pech haben, in dieser ungünstigen Zeit ihre Erstausstrahlung zu feiern, so ziemlich allen eine Chance gebe, auch, wenn sie im Grunde total uninteressant klingen. Und manchmal – nicht oft, aber oft genug, um es immer wieder zu versuchen – erlebt man so tatsächlich eine positive Überraschung, eine Serie, die auch außerhalb der Midseason bestehen könnte.

Dieses Jahr hat der Sender FX (of LOUIE-fame) gleich zwei solcher Serien zu bieten: MARRIED und YOU’RE THE WORST laufen donnerstags im Doppelpack, und das ist kein Zufall, denn thematisch bzw. vom Konzept her verfolgen beide einen ähnlichen Ansatz, nämlich ausgelutschten (Romantic-)Sitcom-Storylines einen edgy Twist zu geben, sie (zaghaft) zu dekonstruieren und im besten Fall aus ihrem altbackenen Rahmen neue Einsichten über romantische Beziehungen zu gewinnen. Im Ergebnis kommt, soweit man es nach den jeweils ersten zwei Folgen beurteilen kann, in beiden Fällen eine unterhaltsame, sehenswerte Serie dabei raus, jedoch ist MARRIED sowohl konsequenter in der Verfolgung dieses Konzeptes als auch subtiler, was es zur besseren Show macht, allerdings auch dafür sorgen könnte, dass – you’ve heard it here first – die Serie schnell wieder abgesetzt wird.

YOU’RE THE WORST ist lauter, flashier, die Hauptdarsteller jünger, weswegen ich der Serie größere Chance zugestehe. Es geht um Jimmy (Chris Geere) und Gretchen (Aya Cash), zwei Borderline-Soziopathen, die sich auf der Hochzeit einer gemeinsamen Freundin kennen und hassen lernen, dennoch miteinander im Bett landen und sich dann doch weiter zueinander hingezogen fühlen. Tatsächlich ist die Serie konventioneller, als es vielleicht auf den ersten Blick scheint, sie folgt letztlich im weitesten Sinne klassischen RomCom-Beats, nur dass die beiden Hauptfiguren eben nicht liebenswert und tollpatschig sind, sondern garstig und egozentrisch und (eigentlich) nicht zu authentischen Beziehungen fähig (aber, unter dieser Oberfläche, natürlich wiederum voller Unsicherheit und Selbsthass und dem Bedürfnis nach Nähe). Das Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller trägt die Serie, die Chemie stimmt und besonders Aya Cash spielt hervorragend. Es macht Spaß, zu sehen, wie die beiden gegenüber anderen Menschen ganz ungeniert ihre Misanthropie ausleben und es ist erstaunlich berührend, wenn sie allein miteinander sind und die Wände, die sie aufgebaut haben, vielleicht nicht einreißen, aber zumindest mal einen Blick darüber werfen. Und hin und wieder überrascht die Serie, wenn sie dann doch mal einen erwarteten Plot-Point auslässt oder einen anderen Weg geht als erwartet (in der zweiten Folge beispielsweise steuert alles auf eine große, laute Konfrontation in der Öffentlichkeit hin, auf die allerdings zugunsten eines subtilen, wesentlich effektiveren Austausch von halb passiv-aggressiven, halb hilferufenden Sticheleien verzichtet wird). Wie lange das ganze funktionieren kann, bedenkt man, dass man schon jetzt das Gefühl hat, alles über die Charaktere zu wissen, bleibt abzuwarten, aber die bisherigen Folgen machen Spaß und allein für die Darsteller lohnt es, der Serie zumindest eine Chance zu geben.

Die Prämisse von MARRIED ist im Sitcom-Genre tatsächlich noch breitgetrener als die von YOU’RE THE WORST: Die Serie folgt einem Paar in ihren 40ern, aus deren Ehe nach Jahren des Zusammenlebens und drei Kindern langsam die Luft zu entfleuchen droht, was der Plot von ungefähr 86% aller Sitcoms der 80er und 90er Jahre ist. Doch in einigen entscheidenden Aspekten unterscheidet sich MARRIED von solcher Stangenware: Zuerst einmal werden die Protagonisten nicht von der üblichen “lustiger”-dicker-Schauspieler-und-egal-hübsche-Schauspielerin gespielt, sondern von Nat Faxon und Judi Greer. Die beiden sind nicht nur großartige Schauspieler, sondern auch glaubhaft als Paar (dass beide seit vielen Jahren in bester Freund- oder Comic Relief-Rollen gecastet und selten als Hauptdarsteller zu sehen sind, gibt dem Ganzen sogar noch einen interessanten Subtext – this is the sound of settling).

Der zweite, wichtigere Unterschied, der MARRIED vom Sitcom-Einheitsbrei absetzt, ist, dass Creator Andrew Gurland und seine Autoren tatsächliches Interesse daran haben, die Feinheiten und Probleme und, insbesondere, die Enttäuschungen ehelichen Zusammenlebens (und des Erwachsenseins generell) zu erkunden, und dafür auch nicht davor zurückschrecken, in ihrer Sitcom auch düsterere Töne anzuschlagen – stellenweise ist MARRIED geradezu deprimierend, wenn auch dabei weiterhin ziemlich komisch. Der Ansatzpunkt sind dabei oft Standard-Sitcom-Situationen: Der Konflikt im Piloten ist ganz klassisch: Faxons Russ ist frustriert über das eingeschlafene Sexleben, seine Frau, Greers Lina, ist ermüdet von der Arbeit mit den gemeinsamen Kindern und lacht nur über seine Versuche, wieder Leidenschaft in ihre Beziehung zu bringen. Doch wenn Lina Russ sagt, er solle sich doch anderswo Befriedigung verschaffen, ist das kein Witz oder Setup für irgendein wacky Missverständnis, sondern stellt tatsächlich die Frage, ob Russ’ und Linas Ehe seine Untreue überleben könnte, vielleicht sogar braucht – und der zu Grunde liegende Konflikt ist am Ende der Folge auch nicht sauber aufgelöst, lediglich aufgeschoben.

Was außerdem positiv an MARRIED auffällt, ist wie lebendig, wie durchdacht die kleine Welt der Show, der Mikrokosmos um Russ und Lina schon jetzt wirkt. Die Nebencharaktere sind von Anfang an interessant, füllen, anders als die von YOU’RE THE WORST, klar definierte Funktionen aus, und sind mit Comedians wie Brett Gelman und dem – you’ve heard this here first, too – zukünftigen Megastar Jenny Slate auch hervorragend besetzt. Und obwohl auf allzu viel Exposition und Backstory verzichtet wird, offenbaren sich in den Dialogen doch immer wieder kleine Puzzleteile, aus denen man sich nach und nach ein Bild von den Beziehungen der Figuren und ihrer gemeinsamen Vergangenheit machen kann.

Das alles wird in einem so unaufgeregten wie intimen Look präsentiert. Die zweite Folge (und weitere der Staffel) wurde von Jesse Peretz inszeniert, einer von Lena Dunhams Haus- und Hofregisseuren bei GIRLS, was eine ungefähre Vorstellung vom Look & Feel der Serie geben dürfte.

So, yeah: Sowohl MARRIED als auch YOU’RE THE WORST sind Serien, in die es sich lohnt, reinzugucken, und die hervorragend als companion pieces füreinander funktionieren. Doch während YOU’RE THE WORST, obwohl erfolgsversprechender, für mich eher nice to have ist, wäre MARRIED die Serie, um die ich traurig wäre, sollte sie tatsächlich nicht allzu lange durchhalten – und sei es nur, weil die ewige beste Freundin und wacky sidekick Judy Greer hier endlich die verdiente Hauptrolle spielen darf.